Paypal streicht massiv Jobs in Deutschland – und hält betroffene Mitarbeiter hin

Der Online-Bezahldienst Paypal verzeichnete im vergangenen Quartal eine Gewinnsteigerung von 56 Prozent auf mehr als 800 Millionen Dollar. Trotzdem will das Unternehmen jetzt in Deutschland Stellen abbauen. So sollen in Berlin-Wilmersdorf 309 der 355 Stellen wegfallen. Davon erfuhren die Mitarbeiter allerdings erst in letzter Minute.

Wie eine ehemalige Paypal-Mitarbeiterin der „Bild“-Zeitung berichtete, habe eine Managerin die Mitarbeiter am Berliner Standort kurzfristig per E-Mail zu einem Meeting mit den Unternehmenschefs zusammengerufen. In der Mail habe lediglich gestanden, dass die Anwesenheit der Mitarbeiter wichtig sei und sie ihre Zeitpläne, falls erforderlich, entsprechend anpassen sollten. Von einer Kündigung oder gar einer Standortschließung sei erstmal keine Rede gewesen.

Kosteneinsparung dank Chat-Bots

Erst im Verlauf des Meetings hätten die Paypal-Chefs offenbart, dass Stellen in Berlin abgebaut würden. Die Begründung: Das Unternehmen finde in Berlin nicht genügend qualifizierte Mitarbeiter. „So eine Aussage bedeutet ja nichts anderes als ,Ihr seid nicht gut genug, eure Arbeit war umsonst‘“, sagte die Mitarbeiterin der „Bild“-Zeitung. Bereits eine halbe Stunde später seien die Chefs, die nur für das Meeting aus Dublin angereist waren, wieder verschwunden.

Von dem Job-Kahlschlag dürfte sich das Unternehmen vor allem hohe Kosteneinsparungen erhoffen. So berichtet die Mitarbeiterin der Zeitung auch, dass Paypal in den vergangenen drei Jahren offenbar systematisch daran gearbeitet habe, Prozesse zu automatisieren, etwa durch sogenannte Chat-Bots. Diese beantworten Kundenanfragen automatisch und ersetzen damit den klassischen Kundendienst-Mitarbeiter.

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